Stephan Weber
München · DACH-Raum · online
Über mich
Was bleibt, wenn das Alte nicht mehr trägt – und das Neue noch nicht da ist?
Diese Frage begleitet mich seit Jahrzehnten, in meiner eigenen Biografie und in der Arbeit mit Menschen an Schwellen. Ich begleite sie dort, wo Gewissheiten brüchig werden und Orientierung neu entstehen muss: im Übergang.
Ich bin 71 Jahre alt. Über 45 Jahre davon habe ich in Gründung, Aufbau, Krise und Übergabe gearbeitet. Mein Weg begann 1979 mit dem Modellprojekt JUBA bei Philips in Wetzlar: schwer vermittelbare Jugendliche nicht durch Training wieder in Teilhabe zu bringen, sondern über künstlerische Mittel. Das Projekt wurde mit der Theodor-Heuss-Medaille ausgezeichnet. Die Grundidee von damals hat sich seither nicht geändert: Entwicklung entsteht nicht durch Programme, sondern durch Räume, in denen Menschen sich neu wahrnehmen.
Diese Idee zieht sich durch alle weiteren Stationen – die Geschäftsführung der Alanus Hochschule, Schulaufbau, die Leitung und Sanierung sozialer Einrichtungen, das Kaspar-Hauser-Zentrum in Ansbach, heute die Ambulanz für Notfallpädagogik in München. Veränderung ist für mich kein Ausnahmezustand. Sie ist der Stoff, aus dem Biografie gemacht ist.
Wie ich arbeite
Der Bühnenbildner. Ich arbeite selten im Vordergrund. Meine Aufgabe ist es, Räume zu gestalten, in denen Zusammenhänge sichtbar werden und Menschen handlungsfähig bleiben. Ein gutes Bühnenbild trägt, ohne sich aufzudrängen. Es gibt Halt und Struktur, damit andere ihren eigenen Weg gehen können.
Die Hebamme. Wenn etwas Neues entstehen will, braucht es Aufmerksamkeit, Rhythmus und einen verlässlichen Rahmen. Ich dränge nicht und beschleunige nichts künstlich. Ich halte den Raum, bis sichtbar wird, was Gestalt annehmen möchte.
Beide Bilder beschreiben dieselbe Haltung: Ich gestalte Räume, in denen Menschen ihre eigene Geschichte hören, ordnen und neu zusammensetzen können.
Meine Haltung
Jeder Mensch ist mehr als seine aktuelle Situation – und niemand ist sein Lebenslauf. Biografische Arbeit heißt, die eigene Lebensgeschichte nicht als Rückblick zu betrachten, sondern als Quelle von Orientierung und Sinn. Ich höre zu, ordne und frage nach dem, was im Inneren bereits angelegt ist. In der gemeinsamen Arbeit entsteht ein Raum, in dem Denken, Fühlen und Handeln wieder zueinanderfinden. Klar, leise und tragfähig.
Das Leben verlangt keine Überwindung, sondern Aufmerksamkeit.
Worauf ich mich stütze
Mein Ansatz verbindet die narrative Philosophie von Paul Ricoeur und Alasdair MacIntyre, für die ein Leben kein Nacheinander von Ereignissen ist, sondern ein erzählbarer Zusammenhang; die biografische Phänomenologie Jörg Ewertowskis mit der Unterscheidung von Autor und Held; die Arbeit mit Lebensaltern und Entwicklungsschritten, die ich als Wahrnehmungshilfe verwende, nicht als Schema; und körperorientiertes Arbeiten aus der Traumaarbeit. Die Grundlagen habe ich im Workbook Biografiearbeit – Wege der inneren Reife und im Handbuch zur biografischen Gestaltungskompetenz ausgearbeitet, das 2027 erscheint.
Mehr dazu: Der biografische Blick
Der Augenblick
Vielleicht stehen Sie selbst an einer Schwelle. Etwas Altes endet, das Neue ist noch nicht greifbar. Wenn Sie eine Begleitung suchen, die weder beschönigt noch drängt, sondern Raum schafft, die eigene Stimme zu hören – dann bin ich da. Persönlich in München und im deutschsprachigen Raum, oder online.