Orte und Organisationen

Auch Orte haben eine Lebensgeschichte.

Schulen, Hochschulen, soziale Werke, Büros – Orte, an denen gesellschaftliche Beiträge entstehen.

Jeder dieser Orte ist aus einem Impuls entstanden: aus einer Frage, einer Not, einer Idee, für die Menschen sich eingesetzt haben. Wenn ein Ort an eine Schwelle kommt, entscheidet sich, ob dieser Impuls die nächste Form trägt – oder ob er unter Strukturen, Vorgaben und Routinen verschwindet.

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Worum es geht

Schwellen eines Ortes

Ein Leitungswechsel. Eine Neuausrichtung, weil sich Auftrag, Finanzierung oder die Menschen verändert haben, für die ein Ort da ist. Ein Bauvorhaben, das über Jahre bindet. Ein Ort, der gewachsen ist und nicht mehr weiß, was ihn im Kern zusammenhält. An solchen Punkten reichen Organigramm, Leitbild und Qualitätshandbuch nicht aus. Sie beschreiben, wie ein Ort funktioniert – nicht, wofür er da ist.

Der biografische Blick, der im Einzelcoaching einen Menschen von seiner Geschichte her versteht, lässt sich auf Orte und Organisationen übertragen. Auch ein Ort hat eine Chronik, eine Erzählung, wiederkehrende Muster und Schwellen. Wer sie liest, erkennt, was trägt, was sich überlebt hat und welche Form jetzt ansteht.

Das ist kein Blick zurück aus Nostalgie. Es ist die Voraussetzung dafür, dass Veränderung aus dem Kern kommt und nicht nur von außen verordnet wird.

Für wen

Wer Verantwortung für einen Ort trägt

  • Träger, Vorstände und Geschäftsführungen in Bildung, sozialer Arbeit und Architektur.
  • Leitungen von Schulen, Hochschulen, sozialtherapeutischen Werken und Lebensorten für Menschen mit Assistenzbedarf.
  • Leitende Mitarbeitende und Teams, die einen Ort durch einen Übergang tragen.

Führung im sozialen Bereich

Wer im sozialen Bereich leitet, führt unter besonderen Bedingungen: zwischen fachlichem Auftrag, Kostenträgern, Menschen in Abhängigkeit und Mitarbeitenden, die oft an ihrer Belastungsgrenze arbeiten. Diese Führungskräfte brauchen keinen Methodenkoffer, sondern einen inneren Bezugspunkt – für sich und für den Ort, den sie verantworten.

Ein Ort ist nicht identisch mit seinem Organigramm.

Das Angebot

Vier Arbeitsweisen

1

Neuausrichtung – die Klärung des Kerns

Bevor ein Ort neue Ziele, Strukturen oder Angebote beschließt, muss klar sein, was er im Kern ist. Mit Träger und Leitung arbeite ich heraus, welcher Impuls ihn begründet hat, was davon heute noch wirkt und was sich verbraucht hat. Daraus entsteht eine Richtung, die nicht aufgesetzt ist, sondern aus der eigenen Geschichte kommt.

2

Die Biografie des Ortes

Orte tragen Geschichte: die der Gründer, der Menschen, die dort gelebt und gearbeitet haben, der Krisen und der Wendepunkte. Gemeinsam mit Mitarbeitenden, Leitung und – wo es passt – den Menschen, die dort leben, wird diese Geschichte gesammelt, geordnet und erzählbar gemacht. Das stärkt die Identität eines Ortes gerade dann, wenn sich vieles verändert: bei Leitungswechsel, Umbau, Zusammenschluss oder Neubau.

3

Konzeptentwicklung

Ein Konzept taugt nur, wenn es im Alltag gelebt wird und zugleich vor Kostenträgern und Aufsicht besteht. Ich entwickle mit Trägern und Leitungen Konzepte, die beides leisten: fachlich begründet, praktisch umsetzbar und bis in Leistungsvereinbarungen, Finanzierung und bauliche Planung durchgearbeitet.

4

Schulung leitender Mitarbeitender

Grundlage ist die biografische Gestaltungskompetenz: Leitende Mitarbeitende lernen, Menschen von ihrer Geschichte her zu verstehen statt von ihrer Diagnose oder ihrem Profil – in der Begleitung, im Mitarbeitergespräch, in der Personalentwicklung. Jedes Instrument wird zuerst am eigenen Leben erprobt, bevor es auf andere angewendet wird. Dadurch verändert sich nicht nur die Methode, sondern die Haltung eines Teams.

Woher das Konzept kommt

Entstanden in außergewöhnlichen Lebenssituationen

Die biografische Gestaltungskompetenz ist dort entstanden, wo gewohnte Antworten nicht mehr griffen: bei Jugendlichen, die aus dem Bildungssystem herausgefallen waren, bei Menschen mit Assistenzbedarf, bei Menschen nach traumatischen Erfahrungen – und bei denen, die an solchen Orten Verantwortung tragen. Über mehr als vier Jahrzehnte habe ich solche Orte aufgebaut, geleitet, saniert und weiterentwickelt. In der sozialtherapeutischen Arbeit habe ich das Konzept der individuellen Lebensgeschichte entwickelt, im Alltag umgesetzt und bis in die Leistungsvereinbarung verankert.

Getragen war diese Arbeit immer von einer langjährigen Zusammenarbeit mit Künstlerinnen und Künstlern sowie mit Therapeutinnen und Therapeuten. Aus ihr stammt die Überzeugung, dass Kunst, Wahrnehmung und therapeutisches Wissen keine Zusätze sind, sondern eigene Erkenntniswege zum Menschen.

Was sich dabei immer wieder gezeigt hat: Orte geraten selten wegen fehlender Methoden in die Krise. Sie geraten in die Krise, wenn sie den Bezug zu ihrem eigenen Impuls verlieren – und wenn sie die Menschen, für die sie da sind, nur noch als Fälle sehen.

Berufliche Bildung
Modellprojekt JUBA – künstlerische Prozesse in der beruflichen Ausbildung. Jugendliche, die aus dem Bildungssystem herausgefallen waren, fanden über Kunst, Sinnesschulung und neue Lernwege zu sich selbst und zu einem eigenen Weg. Ausgezeichnet mit der Theodor-Heuss-Medaille.
Schulentwicklung
Aufbau von Schulen, auch im sozialen Bereich – vom pädagogischen Konzept über den Bau bis zur Finanzierung ohne Eigenmittel.
Hochschule
Alanus Hochschule, Geschäftsführung 1986–1992: Steigerung der Studierendenzahlen, Programmentwicklung, Gründung des internationalen Forums Mensch und Architektur als Impuls für die Architekturabteilung, Arbeit an Lernprozessen mit Coen van Houten, Umbau der Rechtsformen.
Architektur
Beratung und Weiterentwicklung von Architekturbüros, insbesondere im Prozess zwischen Bauherr und Architekt.
Sozialtherapie
Neuaufbau einer sozialtherapeutischen Komplexeinrichtung: Konzept der individuellen Lebensgeschichte entwickelt, umgesetzt und in der Leistungsvereinbarung verankert, umfangreiche Fortbildung der Mitarbeitenden, Bauvorhaben mit einem Volumen von über 20 Mio. Euro.
Prävention & Trauma
Aufbau des Netzwerks Notfallpädagogik in München – Prävention und Traumaarbeit.

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Der erste Schritt

Wie eine Zusammenarbeit beginnt

Jeder Ort ist anders. Deshalb gibt es kein Standardpaket, sondern einen Auftrag, der gemeinsam geklärt wird.

1

Orientierungsgespräch mit Träger oder Leitung, kostenfrei, etwa 30 Minuten.

2

Auftragsklärung: Worum geht es wirklich, wer ist beteiligt, was soll am Ende anders sein?

3

Ein schriftliches Angebot mit Umfang, Zeitrahmen und Honorar.

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